das Studium der Theologie bete. 455
bann: warum ihrer so viel sind? weit keiner näm-lich alles sagt, was gesagt werden sollte, und soführt man sie auf einander, löset die tropischen:Lamm, Opfer, Bürge,. H o hcrp ri e st c r,u. f. auf und bildet sie in der Ordnung, die jederLehrende sich selbst suchen mag, zu Einem vollenBegriffe. Ich für mein Theil bleibe im populärenVortrage am liebsten bei Luthers Begriff in seinerAuslegung des zweiten Artikels: er ist, dünkt mich,der leichteste, auch Kindern und Alten verständlichund zugleich ein prägnanter, fruchtbarer Begriff,wie alle Worte dieser Auslegung zeigen. Man hathier die beste Gelegenheit, sehr gemeine und dochirrige Ideen von der Herrn-Gewalt des Teufels,dem Christus uns abgekauft habe, von der magi-schen Kraft seines Bluts und viele andere unwür-dige Vorstellungen zu vermeiden und zu verbessern.Die Genugthuung und Aufopferung Jesu erscheinenhier im reinesten Gesichtspunkte eines rettendenFreundes, der sein Blut, sein ganzes Selbst, Le-ben und Tod an mich waget und der jetzt aus Ge-rechtigkeit und Liebe mein Herr ist. Auch die Artseines Dienstes, der Zweck seiner Erkau-ften g wird hier so würdig beschrieben, daß keinMißbrauch der Lehre von der Versöhnung Jesu leichtmöglich ist, wenn man der Simplicität dieses Arti-kels folget. Jedesmal bewundere ich Luthern vonneuem über die treffende Faßlichkeit und Starkeseines kleinen Katechismus. Auch der dritte Artikel,der Überbein mit dem zweiten auf eine sehr gute Artgebunden ist, ist voll von dieser kräftigen Popula-rität und Wahrheit. Da ist von keinen Schwär-mereien über Gnaden-Wirkungen , sondern von