Vorrede.
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redlichen Mann, sondern die Sache, die Sache derReligion und seines Anises ihn zu dieserPhilippika bewogen hat, und daß die Andichkungeiner niedrigen Veranlassung zu derselben, welcheHrn. Sp. wohl auch von einem ungebetenen Dritt,mann eingeräumt wurde, „als wäre H. über den„schlechten Erfolg seiner Empfehlung eines Freundesbei Hrn. Sp. empfindlich gewesen" — An dich»t u n g ist. Dergleichen kleinliche Winkelzüge lagen(worüber man sich auf das Zeugniß aller, die ihnkannten, berufen darf) — n i ch t in Herders Cha-rakter. Aber eben solche überdicnstfertige Freunde,Umlrager, Gloffatorcn sind es gewöhnlich, die Oeljns Feuer schütten und die Gemüther am meistentrennen. Da das Geschrei überhand nahm, so ge-dachte Herder den ganzen kleinen Briefwechsel (die(einigen halte er zurückbcgehrt, da er nie Abschriftenvon seinen Briefen nahm) ohne alle weitere Anmer-kungen drucken und das Publikum darüber urtheilenzu lassen; („ich darf ihn ans Licht ziehen, schrieb„er an jemand: und die Zauberei ist zerstört!")man könnte es auch jetzt thun, ohne die mindesteFurcht, daß Spalding oder Herder in nach-theiligem Licht erscheinen möchten: — aber wozu?wozu eine vor fünf und dreißig Jahren unter zweenvortrefflichen Männern durch Mißverstand entstandeneund bald wieder erloschene Fehde abermal aufregen,und ein nützliches Buch, wie dieses ist, damit ent-stellen? Sehe man lieber auf die Sache, und ver-gesse Person en. Wenn es aber seyn muß, solles geschehen. Beide Männer, ehrwürdige Namenfür Deutschland! sind entschlafen: der Streit istlängst todt und ab ! — Später bewiesen sie sich durch