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9-10 (1828) Briefe, das Studium der Theologie betreffend / J. G. v. Herder
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261
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an Theophron. 26r

lesen wird, einer der schönsten Schriftsteller bleiben Schade, daß hm die Ausgabe von ihm, dieer dem Thu an der Engländer entgegensetzen wollte,nicht ausgeführet. Eine Geschichte des Pro-testantismus, wo er und etwa Salig aufge-hört haben, fehlt uns. ComeniuS und l'En-fants Geschichte der Hußiten, Neals Geschichteder Puritaner, Sewels der Quackcr, Regen-boogs der Nemonstranten, Schyns der Menno-niken, Cranz der Herrnhuter u. f. sind bekannteWucher; vollständige gute Geschichten der So ein in-ner, Wiedertäufer, Freidenker, Schwär-mer u. f. haben wir, meines Wissens, noch nicht,ob wohl Vorarbeiten und einzelne Beiträge dazugenug sind. Colbergs platonisch-hermetischesChristenthum taugt nichts; Füßli Beitrage zurKirchengerichte, die insonderheit Schwärmer, My-stiker , Manichaer u. f. durch alle Jahrhunderte be-treffen , ist ein Werk voll Materialien, aber unor-dentlich und sauer zu lesen. Beausobre Ge-schichte der Manichäer und älterer Sekten ist einsehr lesbares nur gelinde-partheiifches Werk. Wennwir einmal zusammen sind, wollen wir Millerund Nößelt durchgeh», und ich kann Ihnen so-dann kurz, was ich kenne und nicht kenne, sagen:denn alles zu wissen und gelesen zu haben, istWind; dazu reicht nicht das menschliche Leben. Inder Reformationsgeschichtc fremder Lander steht Bur-nel von England, Robertson von Schottlandoben an; die Deutschen haben bei der Reformationihrer Provinzen, Flecken und Städte meistens zuweitlaustig und ausführlich erzählt. Wir haben