Band 
[Adrastea I & II.]
Seite
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des vergangenen Jahrhunderts. 87

trat, zu thun, was man nicht thun konnte, odersich dessen zu rühmen, was man nicht gethan hatte;wie böse-Folgen erfuhr Ludwig selbst von dieser eit-len Anmaßung! Wie wenig konnte sein Blick, selbstsein tröstendes Wort den innern Vcrwurf des Un-tüchtigen, den äußern Borwurf der gesammten WeltLüge strafen, oder die bösen Folgen jener Anmaßun-gen ändern' Er erfuhr immer, daß Eitelkeit eitel,d. i. ein leeres Nichts sey; nur nahm er es spätwahr, bis er es zuletzt bis zur bittersten Kränkungwahrnehmen mußte: denn der großen Waage deSrichtenden Schicksals über den Werth und Unwerthder Dinge entlauft Niemand.

Was also auch im Zeitalter Ludwigs Tugend,d. i. Realität war, was Tüchtigkeit zu seinem, einemwahren und nützlichen Zweck hatte, ist geblieben;wie viel große und gute Werke! Manches Samen-korn ist seitdem zu einer reichen Aehre gediehn- undneu ausgesäet worden. Das Eitle ging bald oderes gehet vorüber; wo es sich einer Dauer anmaßte,steht es zur Beschämung, ein Zeichen menschlicherSchwachheit, da; wir eilen vorüber.

Also auch in Monarchiecn ist Tugend alleinder ächte Grundstein einer daurendcn Verfassung zumWohl der Menschen; Ehre ist das Wort, das denWerth der Tugend nur ausspricht, das der Taugendeaber erst selbst wjgen muß, ob es und in welchemGrad es ihm gebühre? Gewöhnlich spricht es derMonarch zuletzt und immer nur über Wenige aus;sobald ihn aber das heilige Feuer, seiner PflichtGenüge zu thun, belebt, so breitet sich dieses im