des vergangene» Jahrhunderts. 5g
„Fast alle Dummköpfe sind Feinde der Männervon Geist, Standeshalber. Ihr Haß ist auch nichtmüßig; sie vcrläumdcn diese als ehrsüchtige, gefähr-liche Leute. Sie glauben, daß man mit Geist nichtsanders thun könne, als was sie damit thun würden,wenn sie Geist hatten."
„Man wundert sich, daß man sein Herz,nicht aber seinen Geist loben dürfe, und hat da-her schliessen wollen, daß die Menschen den Geisthöher schätzen, als die Tugend. Sollte es nicht eineandre Ursache geben? Man liebt nicht, was manbewundern muß; und man bewundert ungern, gleich-sam nur überrascht und gezwungen. Wenn Jemandsich als einen Mann von Geist ankündigt, je mehrman Ursache hat es zu glauben, desto mehr scheintes uns zu sagen: „Ihr betrügt mich nicht mit fal-schen Tugenden; eure Fehler verbergt ihr mir nicht."Er kündigt sich also als unsern Richter, als unsernBcmerker und Gegner an; das wollen wir nicht.Ganz anders ists mit dem, der uns die Güte sei-nes Herzens versichert. Wir rechnen auf seineNachsicht, selbst auf seine gutmüthige Blindheitgegen unsre -Fehler, auf seine Dienstgefälligkeit,Vielleicht gar darauf, daß wir auch etwas un-
Stufe, sondern in Einem Mittelpunkt, der in-nern Quelle des Lebens, dem Gemüth, mireinander. Da verschwindet alle Rücksicht auf Un-terschiede der Meynungen, des Ranges, Stan-des, der Ration und Kleidung. Tugend machtgleich und vereint zum friedlichsten Wetteifer.