74 I. Begebenheiten und Charaktere
mations - Gerüst ist ihr Theater. In dieserDekoration aus Uehereinkommniß beurtheileman sie nach ihr selbst. Mehr oder weniger ist so-dann alles an Ort und Stelle; vor und von ihrerNation gegeben, erklärten sich in den Zeiten ihrerBlüthe Fehler und Mangel so deutlich, daß sieSchönheiten, geschweige ausschließende Forderungennicht werden konnten. Der Bühne war ihr Maß-stab in ihr selbst gegeben. Hat Jemand v«m Wein-stock Granatapfel, oder von der Tulpe, daß sie eineRose sey, je begehret?
Und was wäre es denn, wenn Chapelainan einem Richelieu oder am großen Alcanderein zweyter Homer geworden wäre ? Haben wir amersten wahren Homer, dem Griechen, nicht genug?warum sollen sich, wenn sie es auch könnten, dieZeiten wiederholen? Lasset einmal statt der Pieridenam Helikon auch die Nymphen der Seine sich imTanz zeigen; an Putz und Artigkeiten ließen sie esnicht fehlen.
Von einer Französischen, zumal tragischen Bühneerwarte man also nichts, als was diese geben willund kann , Gespräche und Geber den , (clesAostss) mit Ordnung und Genauigkeit vertheilteAufzüge. So auch bey der Oper. Wer, eheGluck der Nation eine andre Musik aufdrang, ihreOper mit Wohlgefallen zu sehen verlangt, bereitesich auf Französische Musik, auf ein anständi-ges Gcberdcnspiel, auf Dekorationen und Lanze.Wer an ihrer kleinsten und größesten Poesie Ge-schmack finden will, öffne sein Ohr für deklamirte