Band 
[Adrastea I & II.]
Seite
92
JPEG-Download
 

92 I. Begebenheiten und Charaktere

der Französischen Sprache, diese in tausend Ab-straktionen zu Benennungen geistlicher Ei-genschaften gebildet hatte, sie ward bald einefeinere Scholastik der Volker, die dermuntere und unternehmende Geist dieser Nation,der von jeher, bey den Umwälzungen Europa's, denRittcrzüaen nach Orient, den Fehden mit dem Papstu. f. das Wort geführt hatte, andern Nationen frü-her oder spater gemein machen mußte. Die häufi-gen Züge Frankreichs in die benachbarten Lander,die Zöge der Benachbarten nach Frankreich trugenallerdings dazu bey, wie in früheren Zeiten die Er-oberung Englands durch die Normänncc, späterhindie mancherley Verbindungen zwischen Frankreich,England und Holland auch ihre Sprachen und Red-uciert gemischt hatten; Geist aber oder Mode,Gebrauch und Geschmack gaben doch al-lenthalben den Ausschlag. Wo in einer Spracheetwas genauer ausgedrückt ist, oder wo man imMoment glaubt, daß es nicht glücklicher ausgedrücktwerden könne, natürlich braucht man da oder mo-delt ihn nach, den Ausdruck. In Wissenschaftenwie in Künsten sprechen viele Französisch, Spanisch,Italienisch, Griechisch, Latein, ohne daß sie es wis-sen, denn nicht der Schall, sondern der Geist, dieSeele der Worte ist Sprache. Würde Luther,würde Hugo vonTrymberg unsre Schriftenallenthalben verstehen, wenn sie wiederkämen unddiese lasen?

5 . Da sich also der Geist aller Nationenallen Nationen, die mit einander sprechen undhandeln,, unhintertreiblich mittheilet: am nutzbarstenund bleibendsten theilet sich Die mit, die viel und