Band 
[Adrastea I & II.]
Seite
261
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unter Wilhelm und Unne^

26'

Zur ganzen Schöpfung laut erklingt,

Die Wolken theilt, durch Nebel dringt,

Und neue höh're Saiten schwingt,

So fühle, wie er uns auch heißt,

Den unbekannten Freund, den Geist.

Oft, sagt man, schritt das MitgesühlAuch über's Grab, des Lebens Ziel.

Ein Treugeliebter zog von hinnen;

Sein Wahnbild blieb den wachen SinnenDer Nachgebliebnen; seine HandErgriff sie tröstend; band und bandSie fester sich; die weichen ThränenVersiegten; mit namlosem SehnenZog sie ihm nach; der Ferne riefIhr nah und naher; sie entschlief.

Sind Todte dann des Lebens Boten?Was sollen Lebende bey Todten?

Und Todte bey Lebendigen?

Fortleben ziemt den Lebenden.

Wenn Mitgefühl sich auch verirretVon seiner Bahn; was uns verwirret,

Ist in Gestalten Phanthasie;

Das ewig - Wahre, Wahrheit nie.

Erschuf Die uns zu nicht'gen Traumen?

In fernen Welten uns zu säumen?

Der Schöpfung Grund und Maas und ZielIst Leben, Lebens Mitgefühl.

Wenn diese Kraft in uns erwacht,

Vorüber ist ;er Traume Nacht.

Bedarf der Todte Dein? Ey nun!

So laß ihn, laß die Asche ruhn,

Lebend'gen sollst du Gutes thun.