unter Wilhelm und Anna. 265
Spitze des Slyls dazu verliehen, daß es beleidigterEitelkeit wegen Unschuldige, sogar auf bloßen Arg-wohn , morde? Glaubt es, daß die Welt an seinenIndigestionen auch nur Theil nehme? Keinem Be-leidigten hat die Dunciade mehr geschadet, alsihrem Dichter.
Aber auch aus dem Schlamm blühen Blumen;diese bricht man und laßt jenen. Der größte Theildes kultivirten Europa hat Pope's Aussprüche derVernunft genutzt, weil sie oft nicht scharfer, nichtfeiner ausgesprochen werden mögen. Zum Versuchüber den Menschen gab Pope'n bekanntlichBoling brocke die Hauptidecn, die aber auchnicht sein waren; Shaftesburi und Leibnitzhatten sie in einem schöneren Zusammenhange folgen-reicher gedacht, als Boling' "cke sie zu ordnen, derVersifikator sie anzuwenden wußte*). Der In-halt selbst indeß gab dem Gedicht große Stellen, in-sonderheit wo in ihm das Unermessene in Bezug aufden Menschen erscheinet.
Uns Deutschen hat Pope sehr genutzt, indem erunserm Hagedorn ein feineres Richtmaas gab undHall er weckte. Dieser ersetzt an Bündigkeit derGedanken, was ihm an Popischem Glanz fehlet;mehrere seiner Lehrgedichte sind uns an des Brütenstatt. Auch der Windsorforst grünt für uns inHalters Alpen.
Dem weisen Frohsinn des Horaz kam Hage-dorn naher als Pope, bey dem sich das Rosenölstets mit Essigtropfen mischte. Leider aber ist kein
*) Siehe Pope, ein Metaphysik»-! von kesslngund Mendetfon.