Von Karl dem Zwölften ist dieser Charak-ter allein nicht abgezogen: denn Eine Person, zumalein König, gibt keinen allgemeinen Charak-ter. Karl war bescheiden, hörte genau, schwieg undbemerkte. Er zankte nie, fuhr niemanden an, be-fahl nicht zu gehen, sondern ging voran, war sehrgefühlvoll über jedes Unrecht, das er zugefügt zuhaben glaubte. Indessen auch Er trug die Folgeneines festen Charakters. Bey seinen streuIdeen verkannte und vergaß er die Welt; seinenbraven Schweden miethete er in Polen, in derUkraine, in der Türkey und in Norwegen Dinge zu,die nur Er und Wenige ertragen konnten. DieFreunde endlich, denen er Zutrauen schenkte, wurdenfast alle, wenigstens nach seinem Tode, unglücklich.
Hatte Karl aber auch gelebt, wäre er wohldem Versprechen, das er dem Freyherr» vonGörz that, treu geblieben, die Münzpapiere nurbis auf solche Zeit, in solcher und keiner grös-ser» Anzahl gelten zu lassen? Oder hakte ihn, beyfortdaurend-widrigen Umstanden, sein fester Geistnicht auch über die Linie geführet? Mit einemfesten Charakter, der unumschränkt handelndarf, mithin die wohlthätigsten, aber abgemessenePlane zu verderben, jeden Augenblick im Standeist, hat man ein böses Gewerbe. Der blinden Machtkann endlich nur die blinde Macht obsiegen.
Einer der Anhanqer Karls, der glücklich ent-kommen war, aber der Welt, wie sie damals umihn ging, müde war, schrieb vor seinem Tode: