des vergangenen Jahrhunderts. 33 t
„Es ist wohl kein Minister, der dem Kaiserjetzt proponiren möchte, *) auf die Succession inSpanien und beyden Indien seine Ansprüche aufzu-geben; die Seemächte und so viel andre baden dabeyihr Latein verrohren. So giebt es öfters Fatali-täten, die die Menschen hindern, glücklich zu seyn.Die Hoffnung, Spaniens Monarchie ans HausFrankreich zu bringen, ist die Quelle von fünfzig-jährigen Kriegen gewesen; es steht zu befürchten, daßdie Hoffnung, jene davon wegzubringen, noch andrefünfzig Jahre die Ruhe Europa's störe. Hülfe mandem Kaiser, die Türken aus Europa zu ra-gen, so wäre dies vielleicht ein Mittel; aber auchdies hätte seine große Schwierigkeiten."
Noch andre Bemerkungen schrieb Leibnitz überdies Projekt eines ewigen Friedens. **) An Gri-ll» are st z. B.: „ich erinnere mich Hiebey der De-vise eines Kirchhofs: xax xerxstua: denn die Tod-ten schlagen sich nicht. Die Lebendigen aber sindvon einem andern Humor, zumal die Mächtigsten;die respectiren keine Tribunale. Manmüßte diese Herren gutbürgerlich in die Bank deSTribunals, Caution machen, und gerichtlich de-pvniren lassen, z. B. einen König von Frankreich100 Millionen Thaler, einen König von Großbri-tannien nach Verhältniß, daß, falls sie sich demSpruch des Tribunals widersetzten, dieser mit ih-rem eignen Gelde exekutiv vollstreckt werden könnte."
*) Dieser Brief ist geschrieben.
**) I-eidi». Ogp. omn. vsnsv»s 1?. V, p. 56.