des vergangenen Jahrhunderts. 46^
Sinnreich hat Kastrier die drey großen Mathe»matiker, Tycho, Keppler, Newton mit einan-der verglichen, und (Galiläi mit eingeschlossen,)ihre Verdienste gegen einander gehalten *). In Be-tracht ihrer Lcbensumstande sagt er: „Tycho starbim bgstcn Jahre, Galiläi im hLsten, Newton imkibsten, Keppler im 6osten, nicht viel älter als Tycho.Halt man, was diese vier Männer für die Wissen-schaften geleistet haben, gegen ihre Lebenszeiten, sofallt die Vergleichung sehr zum Vortheil Kepplersaus. Noch Mehr, wenn man ihre Glücksumstandebetrachtet."
„Tycho besaß eignes Vermögen, erhielt könig-liche und kaiserliche Unterstützung. Galiläi genoßeinträgliche Gnade seines Großherzogs. Newtonbeschäftigt sich mit der Mathematik zu feinem Ver-gnügen ; ihn zu Annahme des Lehramts zu Cam-bridge zu bewegen, Mußte Bärrow viel Mühe an-wenden. Keppler rechnete auf Besoldungen, dieihm nicht ausgezahlt wurden; der Sitte DeutscherGelehrter gemäß war er verheirathet. In welchenUmständen er Wittwe und Kinder hinterließ, erzähltder Sohn Ludwig dem Landgrafen von Hessen, inder Zuelgung des Traumes, begreiflich nicht ohneAbsicht. Keppler konnte betteln gehen, wenn erwollte, sagte von ihm Hausen."
„In dieser Lage schreibt er doch aufgekeimteBriefe an seine Freunde, erzählt selbst seine widri-gen Schicksale ohne Klagen, erfand — nichr einzelneLehren, sondern Wissenschaften, Dioptrik, ellip-tische Astronomie, Gesetze der Bewegungen einzelner
*) Gesch. der Mathem. B. g> S.
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