Band 
[Adrastea I & II.]
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470
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47« VI. Wissenschaftliche Ereignisse n, Charakter?

2 . Eine noch bösere Schätzung der Wissenschaf-ten gibt die Beurtheilung ihrer nach Vorur thei-len des Parthevgeistes, zumal der Reli-gion ssektcn, Das Stillstehen der Sonne imBuch Josua hätte der ächten Astronomie beynahStillstand geboten, wenn nicht Galilai und Keppler,aller Verfolgungen ungeachtet, dem Kopernikus treugeblieben wären, Daß Keppler sich von Tycho'sausgleichendem System, ohngeachtet ihrer nahen Ver-bindung , wegzuwenden das Herz hatte, zeigt ebenso sehr die Starke seines Geistes, als seine Liebezur Wahrheit?; der Satz, daß aus Falschem Wahresfolge, war ihm unerträglich.

Ueber alle die Befehdungen der Wissenschaft,die Keppler von katholischen, wie von protestantischenTheologen zu bestehen hatte, war Newtons Zeit-alter erhöhen, Ueberhaupt, welchen Schaden hat cSin Deutschland der Wissenschaft gebracht, daßdies Land in Religivnspartheyen getrennt und zerris-sen daliegt! Sind wir nicht alle Deutsche? Gibtes eine katholische und protestantische Physik, Ma-thematik, Moral u. f. an Grundsätzen unterschieden?Sollte es sie geben? Alle die, die Religionsbekennt-nisse inS Spiel bringen, sind Feinde der Wis-senschaft aus Vorurteilen des Pöbels. Auch zuNewtons Zeiten verlor sein Nachfolger zu Eambridgc,Wbiskon, seinen mathematischen Lchrstuhl, weil er»rianische Meynungen hegte; Hallei bekam ihn,dem jede Religion-ueynung gleichgültig war.

Welch eine andre Gestalt hätte Deutschland,wenn Jede seiner Provinzen Jedem Manne vonWissenschaft gleich zugänglich wäre! Und, nochmalsgesagt; sind wir nicht alle Deutsche?