4Üo VI. Wissenschastllche Ereignisse und Charaktere
Emanuel Swedberg, Sohn eines Schwe-dischen Bischofs, war dieser Mann, 1689 gebvh-ren. Er empfing eine Erziehung, die der Würdeund Redlichkeit seines Bakers angemessen war „auchals Kind sagte man schon von ihm, daß aus ihmdie Engel sprachen." Wie oft hat man gesehen,daß dergleichen Lobsprüche, die man dem Kinde er-theilte, sammt der ganzen kindlichen Welt und Denk-art in gewissen Jahren zurückkehren, und einfestes Gedankenbild werden! SwedenborgsEngel hören die heilige Schrift am liebsten vonKindern mit anmurhiger Stimme lesen; welches beyihm selbst auS Erinnerung oder aus Neigung derFall gewesen zu seyn scheinet. „Bis ins zehnteJahr, heißt es, war er immer geschäftig, vomGlauben und von der Liebe zu sprechen," wel-che beyde dann auch, als ihm, wie er sagte, dasInnere auf gethan ward, die Grundpfeilerseines Himmelreichs wurden. Eindrücke der Kind-heit also belebten sich, als er in seinen sonderbarenZustand gericth, vor ihm, personificicct.
Im Jahr 1710 ging er auf Reisen nach Eng-land, Holland, Frankreich, Deutschland, brachtevier Jahre auf Universitäten daselbst zu, der Wclt-weiSheit, Mathematik, Naturgeschichte, Naturkunde,Chemie, Anatomie, Theologie obliegend. Sein Geistumfaßte allerley Wissenschaften, und verband sie,wie auch seine Werke zeigen. Im Jahr 1714 kamer nach Schweden zurück, legitimirre sich in Upsala,sprach mehrmals mit Karl dem Zwölften, der ihmbald darauf ein Assessoren im Bergwerks-Collegiumgab, wo er sich dann mit mathematisch - mechani-schen Erfindungen hervorthat. Zur Belagerung von
Friedrichs-