Band 
[Adrastea I & II.]
Seite
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92 I. Unternehmungen d. vergang. Jahrhunderts

und Sterne das einzige ewige Wort „Vergeltung!"Durchdrungen vom Gefühl des großen Gleichgewichtsdas in der Natur Alles hält und trägt, das dasBewegte zur Ruhe bringt und das Ruhende bewe-get, in Stoß und Druck eben so sichtbar als in dermoralischen Welt, erwachte ich zum zweitenmal undfreuete mich einer Welt, die, aus so feste Gesetzegegründet, Allem Maas und Ziel giebt und zu derauch ich gehörte. Nichts, fühlte ich, verklinge inder Schöpfung; Alles wecke und halte seinen Ton.Nur das Nichtige gehe unter.

Der Traum umfing mich zum driktenmale. Aufeinem viereckten Macmorfuß voll emblematischer Bil-der stand eine Säule vor mir; so hoch und schön sahsie mein Auge nie. In schlanker Verjüngung hobsie sich zu den Sternen, oben bekränzt mit einemhellen Kranz. Nicht Lorbeer waren seine Blatter,sondern Myrthen und Rosen. „Sta ndhaftig-keit!" rief eine Stimme, und von allen Sternenerklangen Gesänge, von denen mir nur die letztenWorte blieben:

„Msklang löset sich auf in Wohlklang" —

„Misklang löset sich auf in Wohlklang!" hallte meinInnerstes zurück; und an der Säule ging hervor —wie nenne ich dir, was jetzt mein Blick sah? dieewige Waage des Weltgerichtes. Auf der EinenSchaale lauter vorübergehende Scenen; jetzt Kronen,Scepter, Schwerter, Waffen, Ehrenstabe; die Schaaleflog auf; zerbrochen und zerstreut fielen sie nieder.Jetzt Ungeheuer, Schlangen, Skorpionen; sie wüthe-ten, verzehrten einander oder stürzten herab. Leer