i68 I. Unternehmungen d. vergang. Jahrhunderts
Horst. Vielleicht weil es Züge der wahren Ge-schichte ihrer Gesellschaft enthalt, die mit jener frem-den verwebt sind. Ich mag in Sachen so ungewisserArt nie zu strenge urtheilen.
Faust. Und d i e Züge sondert niemand?Wahrheit und Lüge, Schein und Seyn niemand?Die Gesellschaft laßt einen Schimpf auf sich, dersie in den Augen der Welt entweder als Blödsinnigeoder als Täuschende darstellt! Wer tritt gern in sol-chem Verdacht auf? und wenn ers zu seiner Zeitthun mußte, welcher honette Mann sucht nicht dieerste, beste Gelegenkeit, das falsche Licht zu zerstreuenund sich auch nur vom Verdacht eines maskirtenTruges loszusagen? Aus öffentlich - geführten Strei-tigkeiten weißt Du, Horst, zu welchen elenden Hy-pothesen diese Maske Gelegenheit gegeben und mitwie schlechten Schriften die Welt durch diese Irre-leitung überschwemmt worden. Zu den Acgypkischen,Griechischen, gar Hebräischen, Persischen, IndischenGeheimnissen, zu den Druiden selbst hat man seineZuflucht genommen, und sie zur Freimäurei gemacht,so wie man denn auch die guten Mäurer zu E s-fenern und Gnostikern, zu Manichäern,Pelägianern, zu Jesuiten sogar zu machensich nicht entblödet hat. Die Welt ist satt dieftrVerdrehungen alter und voriger Zeiten; und wer istdaran Schuld, als die Gesellschaft selbst mit ihrerräthselhaften Geschichte?
Horst. Wer liefet solche Schriften?
Faust. Eine Menge. Bedenke, daß es Tau-sende der Gesellschaft giebt, die lesen , die von ihrem