236 I. Unternehmungen d. vcrgang. Jahrhunderts
dieser rüstige Geist, der jetzt schon, wo er hin undhineingtzff, so viel geleistet hat, vollendet! Eine un-ter ihm werdende Gesellschaft, wie mancherleiwäre sie geworden!
3. Sitten.
Sollte es einer Gesellschaft gleichgültig seyn, obsie einen Mandevill'schen Bienenkorb voll krönestirren turn'cl kennves oder einen wahren Bienen-staat vorstellte voll Fleiß und Ordnung? Gleich-gültig , ob sie Grundsätze der Ehre befolgte, odersich selbst öffentlich Ehrlos erklärte? Das letztethat sie nicht durch Ehrvergcßne Anstalten und Ein-richtungen allein , sondern schon dadurch, daß sieEhrevergessen selb st nach nichts wahr-Ruhmwür-digem trachtet. Jeden Stifter einer neuen Gesell-schaft schätzet man hienach; weder die Jesuitenin Paraguay, noch Missionen, Freimaurer, Enthu-siasten können sich der Frage entziehen: „woraufdann ihre Tendenz gehe? was sie bei ihr Großesund Gutes geleistet?" Jede Menschengesellschaftund Einrichtung steht offen und unausweichlich dieserFrage da. Leistete sie nichts, wollte sie nichts alstriviale Zwecke, nichtige Herrlichkeiten, so wird manschamrokh, wenn man den ehrwürdigsten Namen,der alle heilige Bande der Menschheit einschließt, mitVerachtung nennen müßte. Ein Körper, dessen gei-stige Kräfte nicht geachtet werden, wird zur Ma-schine t ein andrer, dessen sittliche Kräfte unbe-nutzt bleiben, zum Thier. Welche Ehrlosigkeit wäreschlimmer und schlechter? Unglücklicher Weise sindbeide bii einander.