Band 
[Adrastea I & II.]
Seite
273
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der Humanität.

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6 .

Ein Athanasium; ein MncmaionDeutschlands? Wahrlich unser Vaterland ist zu be-klagen, daß es keine allgemeine Stimme, keinenOrt der Versammlung hat, wo man sich sämmtlichhöret. Alles ist in ihm zertheilt, und so manchesschützet diese Zertheilung; Religionen, Seelen, Dia-lekte, Provinzen, Regierungen, Gebrauche undRechte. Nur auf dem Gottesacker kann uns etwa«ine Stelle gemeinsamer Ueberlegung und Anerken-nung gestattet werden.

Aber warum nur hier? Arbeiten nicht in allen,vom höchsten bis zu den niedrigsten Ständen, sicht-bare und unsichtbare Kräfte, diese gemeinsame Ueber-legung und Anerkennung zu erleichtern, zu bewirken?Ein Theil Deutschlandcs hatte sich vor dem andernmit unleugbaren Fortschritten ein großes Verhausgegeben; der andre Theil eifert ihm nach, und wirkönnen bald an der Stelle seyn, ein Ebenmaas zufinden. Jeder biedre Mensch muß sich bestreben,dieses zu fördern, und glücklicher Weise scheinen mitDiejenigen, die die biedersten Deutschen seyn sollen,die Fürsten, auf denselben Weg zu treten. Gewiß,der Unterschied der Religionen macht es nicht: dennin allen Religionen Deutschlands giebt es aufgeklärte,gute Menschen. Der Unterschied von Dialekten, vonBier- und Weinlandern macht es auch nicht, waSuns von einander halt und sondert; ein leidiges Staats-interesse, eine Anmaßung mehreren Geistes, mehre-rer Cultur auf der Einen, auf der andern Seitemehreren Gewichts, mehreren Reichthums u. .f. warHerders Werke z.Phil. u. Gesch, X, S H.