Band 
[Adrastea I & II.]
Seite
275
JPEG-Download
 

der Humanität.

27Z

Werkstätte ist das gesammte Deutschland. Je meh-rere und leichtere Boten allenthalben her, allenthal-ben hin gelangen; desto mehr wird die Mittheilungder Gedanken befördert, und kein Fürst, kein Königwird diese zu hemmen suchen, der die unendlichen Vor-theile der Geistcs-Jndustrie, der Geistesculkur, dergegenseitigen Mittheilung von Erfindungen, Gedan-ken, Vorschlagen, selbst von begangenen Fehlern undSchwachen einsieht. Jedes dieser Stücke kommt derMenschen-Natur, mithin auch der Gesellschaft zugut; der Fehler wird entdeckt, der Irrthum wirdgebessert, Gedanke weckt Gedanken, Empfindungenund Entschlüsse regen und treiben. Denn das ist ebendie große und gute Einrichtung der menschlichen Na-tur, daß in i'br, wenn ich so sagen darf, alles imKeim da ist, und nur auf seine Entwickelung'wartet.Entschließet sich die Blüthe nicht heute: so wird flesich morgen zeigen. Auch alle möglichen Antipathiensind in der menschlichen Natur da; jedem Gift istnicht nur sein Gegengift gewachsen, sondern die ewigeTendenz der waltenden lebendigen Kraft geht dahin,aus dem schädlichsten Gift die kräftigste Arznei zubereiten. Ach, die Extreme liegen in unsrer enge-beschrankten Natur so nahe, so dicht bei einander,daß es oft nur auf einen geschickten Fingerdruck an-kommt, aus dem Einfalls- den Absprungswinkel zumachen, da unabänderlichen Gesetzen nach beide inihrem Verhältniß einander gleich sind. Gedanken zuhemmen; dies Kunststück hat noch keine irdischePolitik erfunden; ihr selbst wäre es auch sehr unzu-träglich. Aber Gedanken zu sammeln, zu ordnen,zu lenken, zu gebrauchen; dies ist ihr, für alle Zei-ten hinaus, usabsehlicher großer Vortheil.

S »