Band 
[Adrastea I & II.]
Seite
318
JPEG-Download
 

3i8 H. Briefe zu Beförderung

nicht «in großer Gedanke, unter so vielen Völkern,Ungarn, Slaven, Wlachen u. f. Keime des Wohl-seyns auf die fernste Zukunft hin ganz in ihrerDenkart, auf die ihnen eigenste und belieb-teste Weise zu pflanzen?

A. Was brauchte Joseph dazu für Hände! Ihmschien eS ein größerer Gedanke, alle seine Stankenund Provinzen, wo möglich, zu Einem Codexder Gesetze, zu Einem Erzichungssy-stem, zu Einer Monarchie zu verschmelzen.

B. Ein Lieblingsgedanke unsres Jahrhunderts!Ist er aber ausführbar? ist er billig und nützlich?Brabanter und Böhmen, Siebenbürger und Lom-barden, stehen sie auf Einer Stuf« der Cultur? ge-hören sie also in Ein Institut der Erziehung ? inEinen Codex der Gesetze und Strafen? Gott selbsthat sich eine solche Zusammcnschmelzung nicht erlaubt;daher er jedes Volk nach seiner Weise unterrichtet.

A. Leider war der ganze Normalzuschnitt derCollegien und Schulen ein Exjesuitischer, armerZ Be-griff ! —

B. Der indessen ganze Völker aufbrachte. UeberArmseligkeiten solcher Art empörte sich die UniversitätLöwen, die Niederlande machten dem erregten Feuergerne Platz; so griff es weiter! —

A. Und doch meynte es auch hierin Joseph gutmit den Völkern. Was er ihnen gab , war freilichnicht das Beste; aber doch ein Beßeres, als sie, be-saßen. Er war selbst nicht besser erzogen worden.

B. Und seine Gesetzbücher?