Band 
[Adrastea I & II.]
Seite
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II. Briefe ztt Beförderung

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Treu und Glaube ist der Eckstein aller menschlichenGesellschaft: Auf Treu und Glaube sind Freund-schaft, Ehe, Handel und Wandel, Regierung undalle andre Verhältnisse zwischen Menschen und Men-schen gegründet. Man untergrabe diesen Grund;alles wankt und stürzt; alles fallt auseinander.

Es giebt keine einseitigen Pflichten und einseitigeRechte. Pflichten und Rechte gehören zusammen,wie die obere und untere, wie die Rechte und linkeSeite. Was hier convex ist, ist dort concav; undbleibt dieselbe Sache, derselbe Körper.

Lasset Staaten, lasset Stande gegen einanderTreu und Glauben verlieren; wer seinen Pflichte»entsagt, verliert die Rechte, die der Pflicht ankleb-ten; er tauscht Und wird getauschet; er handelt ein-seitig, so wird man auch gegen ihn handeln.

Manche Borzüge des Geistes und der Lebens-weise hat man unsrer Nation absprechen wollen; dasLob, das man ihr, das man ihren braven Männern,ihren guten Regenten und Helden durch alle Zeitenzugestand, war die sogenannte deutsche Bieder-keit, Treu und Glaube. Ihre Worts galtenMehr als gesiegelte Briefe und Eidschwüre; der Herrbauete auf seine Unterthanen, Unterthanen auf ihrenHerren; wenigstens ist dieses der Schild, den diemeisten alten Sprüche und Apophthegmen der Deut-schen vor sich tragen.

Lasset uns hören, was zu seiner Zeit der alteLuther darüber saget: