Band 
Adrastea III. Schluss der Briefe zu Beförderung der Humanität.
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A8 Briefe zu Beförderung

chen seiner Natur, Gebilde seiner Phantasie sind, alsfür feine liebsten Kinder. Wer um die wichtigsteWahrheit mit ihm ficht, wird nie so sehr fein Geg-ner seyn, als wer gegen eine Lieblingsmeynung, diewie ein Polypns in sein Herz gewachsen ist, einigeBeftemdung äußert. Gehen Sie, m. H., in IhrenGedanken die Zahl Derer durch, die Sie ^n Anse-hung ihres Innern am nächsten gekannt habe»; Siewerden sich sonderbarer Wahngestalten erinnern.

DaS Gebiet des Wahnes erstreckt sich insonder-heit auf Dinge, die den Menschen zunächst ange-hen, auf seine Person und Gestalt, aus seinen Stand,seine Nation, seinen Zweck und Charakter. Wie esz. B- Personen giebt, die im Innern ein ganz an-deres Bild von sich umhertragen, als die sie sind;sie erschrecken vor ihrer äußern Gestalt im Spiegelals vor der Gestalt eines fremden Wesens; so giebtes deren noch weit mehrere, die in Ansehung ihresInnern ein fremdes Bild mit sich tragen. Cin be-rühmter König unsres Jahrhunderts war in seinerPhantasie immer nur Oberster eines Regiments, und'wars mit Lust; alle königliche Pflichten erfüllte erals eine fremde Person, als ein strenger Amtmann.Unzahliche Wunderlichkeiten flössen daher, die ohnedies Bild einer fremden, ihm einwohnenden Wahn-gestalt unerklärlich blieben, durch sie aber sich alle er-klären. Was uns die Berichte der Aerzte von Krank-heiten der Einbildungskraft erzählen, da jener sichseine Füße als Strohhalme, dieser sein Gesäß gläserndachte, ein dritter die Welt zu überschwemmen fürch-tete, sobald er sein Wasser ließe, alle diese Geschich-ten oder Mährchm sagen im Grunde weniger, als