Band 
Adrastea III. Schluss der Briefe zu Beförderung der Humanität.
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4« Briefe zu Beförderung

mit diesen Driginalpoesieen seines Wesens oft nichtlaut genug hervortreten; er erfindet deren eine Reihe,mit der Zeit aus bloßer Wittkühr und glaubt sichgar dazu in die Welt gepflanzt, andere damit zu ver-gnügen. Die sogenannten starken Charaktere,große Geister, sx jorokszs» vornehme Leu-k e u. s. liefern in ihrer Geschichte davon wunderbareBeispiele. Die alten römischen Cäsars, eine ReihtRegenten, Helden, Religionsstister, Schwärmer, Dich-ter, Philosophen hatten sonderbare Wahngestaltcn imKopf, die sie gewöhnlich andern aufzwingen wollten,und damit oft zum Ziele kamen.

Denn leider ist bekannt, daß es fast nichts an-steckenderes in der Welt als Wahn und Wahnsinngäbe. Die Wahrheit muß man durch Gründe müh-sam erforschen; den Wahn nimmt man durch Nach-ahmung oft unvermerkt, aus Gefälligkeit, durch dasbloße, Zusamnttnseyn mit dem Wähnenden, durchHheilnehmung an seinen übrigen guten Gesinnungen,auf guten Glauben an. Wahn theilt sich mit, wiesich das Gähnen mittheilt, wie Gesichtszüge undStimmungen in uns übergehen, wie eine Saite derandern harmonisch antwortet. Kommt nun noch dieBestrebsamkeit des Wähnenden dazu, uns die Lieb-lingsmeynungen seiner Jchhcit als Kleinode anzuver-trauen , und er weiß sich dabey recht zu nehmen;wer wird einem Freunde zu Gefallen nicht gern zu-erst unschuldig mitwahnen, bald mächtig glauben undauf andre mit eben der Bestrebsamkeit seinen Glau-ben fortpflanzen? Durch guten Glauben hängt dasMenschen - Geschlecht an einander; durch ihn habenwir wo nicht alles so doch das Nützlichste und Mei-