Band 
Adrastea III. Schluss der Briefe zu Beförderung der Humanität.
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der Humanitäl.

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Wahrheit zur Seite. Wenn wir auch nicht zumZiel gelangten, müssen wir deßhalb nicht in die Renn-bahn? Ja wenn das Ziel der Vollkommenheit auchnicht zu erreichen wäre, und je naher wir ihm zukommen scheinen, immer weiter von uns rückte,haben wir deßhalb nicht Schritte gethan? haben wiruns nicht beweget? Was wäre das Menschenge-schlecht, wenn keine Vernunft, keine Moralphiloso-phie von ihm geübt wäre?

Vor andern scheinen mir die Moralistenwünschenswerth, die uns mit uns selbst in ernsteUnterhandlungen zu bringen vermögen, und unsauf eine scherzende Weise durchgreifende Wahrheitsagen. Ich lasse der Akademie und Stoa ihren hei-ligen Werth! Plato und Mark-Aurel nebstihren Genossen werden dem Menschen, dem seineBildung Ernst ist, immer und immer Schutzgei-ster, Führer, warnende Freunde bleiben; wennaber z. B. Horaz aus eine ernsthaftscherzende Weisesich selbst zum Gegenstände der Moral macht, wenner an sich und an seine Freunde im Ton der Ver-traulichkeit mit leichter Hand das schärfste Richt-maas leget, und die Heuchelei, den Aberglauben,den Sittenstolz, den Wahn und Dünkel von unslieber fortlachelt als fortgeisselt, wenn er an sichund andern zeigt, daß man nicht im Acther hoherMaximen schweben, sondern auf der Erde bleibenund täglich in Kleinigkeiten auf seiner Hut seynmüsse, um nicht mit der Zeit ein Unmensch zuwerden; wer kann dem Dichter da den Fleiß ver-gelten, den er, damit seine zarten Sittengemaldeder Nachwelt werth würden, auf sie als auf wirk-