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74 Briefe zu Bcförderung
uns so lief im Dunkel ? Engländer, Franzosen undJtalianer haben die Zhrigcn schön aufgeputzt; um-stehen biecinn fast hinter Polen und Ungarn. Unddoch ist das Geschäft- und Gedankenreich verdienterSachkundiger Männer einer Nation gleichsam derStamm, ohne welchen sie kaum eine Nation, ge-schweige ein durchdachter, durch empfundener Skaats-körpec genannt zu werden verdienet. Die geographi-schen Gränzen allein machen das Ganze einer Nationnicht aus; ein Reichstag der Fürsten, eine gemein-schaftliche Sprache der Völker bewirken es auch nichtallein; ja letztere ist in Deutschland den Provinzennach so verschieden; (große Striche sprechen ganz undgar eine fremde Sprache, ganze Elasten der Men-schen nehmen an Gedanken gar keinen Theil,) daß,wenn man dies alles zusammenhalt, man es denMagistern nicht übel nehmen kann, wenn sie proAraäv, noch bis jetzt über das Thema disputiren:„welche Regimentsverfassung Deutschland habe? oderob die Deutschen eine Nation seyn?" Die spotten-den Urtheile der Auslander hierüber, auch wenn sieunserm Fleiß, unsrer Treue,, unsrem Biedersinn Ge-rechtigkeit wiederfahren lassen, sind bekannt. Solltees also nicht der geringste Dank seyn,, den man demverstorbenen Diener erweiset, daß man mit seinenDienstleistungen auch die Gedanken, derener sich dabey erkühnte, der Nachwelt nicht entziehe?Wenigstens bilden sodann doch die treuen Die-lt e r eine Kette, die Jahrhunderte durchreicht, und ansich die neue treue Diener anschließen mögen.Das Jahrhundert der Reformation erlaubte sich noch,auch üb-r vaterländische Sacken laut zu denken; seit-dem ward alles Rang, Form und Stand, oder ging.