der Humanität. ii3
aus Hetz zu legen. Holbergs Briefe gehören auchin diese Zahl; in England und Frankreich ist dieArt eines humanisirten Vertrages durch Briefe sehrausgebildet worden, und hat die nützlichsten Grund-sätze verbreitet. In England z. B. fanden Plini-er s Briefe eine glückliche Aufnahme; die Erstender Natron buhlten ihnen nach. Selbst die erdich-teten Briefe des Phalaris schätzte der RitterTcrnple übermäßig hoch, so daß seit A d d i so nihre Wochenschriften, feil Richarden ihre Ro-mane vorzüglich die Gestalt der Briefe liebten. Diefranzösischen Briefeinkleidunqen von den persi-schen Briefen an, bis zu dem tückischenSpion sind Jedermann bekannt; durch Einklei-dungen solcher Art gewann nicht nur die Sprache,sondern auch der denkende Geist Leichtigkeit und Frei-heit. Ohne eine Abhandlung oder Deduction schrei-ben zu wollen, konnte man Gedanken, Empfindun-gen äußern, seinen Verstand berichtigen, sein Urtheilam Urtheile des Andern scharfen und prüfen. InDeutschland hat aus mehrern Ursachen diese Formmeistens nur gelehrte Urtheile, Trivialitäten oderRomane betreffen können.-
Ich wünschte eine Auswahl treffender Stellenaus den wahren Briefen merkwürdigerund großer Männer; dem Sammler derSelbstbekenntnisse, einem Mann von reiner, fürswahre Wohl der Menschheit gestimmten Denkart,möchte ich sie am liebsten empfehlen. Von Staats-männern, Kirchenvätern, Reformatoren, Sektirern,von Gelehrten und Weisen aller Art ist eine so un-
Herders Werks z. Phit. u. Gesch. XI. H ^llr^teaill.