184 Briefe zu Beförderung
ihm hier nicht zu Gebot stehet, träumen; er legtHand an das Werk, und wird wo nicht des Schif-fes Retter, so doch sein treuer Fahrgenoß undWächter.
Woher kam es, daß manche einst hoch verehrteStande allmahlig in Verachtung, in Schmach ver-sanken und noch versinken? Weil keiner derselbensich der gemeinen Sache annabm, weil jeder alsein begünstigter Eigenthums - oder Ehrenstand lebte;sie schliefen im Ungcwüter ruhig wie Ionas, unddas Loos traf sie wie Zonas. O daß die Menschenbei sehenden Augen an keine N e m esi s glauben !An jeder verletzten oder vernachlaßigten -Pflicht hangtnicht eben «ine willkührliche, sondern die nothwen-dige Strafe, die sich von Geschlecht zu GeschlechtHaufett Ist die Sache des Vaterlandes heilig undewig; so büßet sich seiner Natur nach jedes Ver-säumnis derselben, und häuft die Rache mit jedemverdorbneren Geschäft oder Geschlechte. Richt zugrübeln hast du über dein Vaterland: denn duwärest nicht sein Schöpfer; aber mithelfen mußtdu ihm, wo und wie du kannst, ermuntern, rette»,bessern, und wenn du die Gans des KapitoliumSwärest,
3 . Sollte uns also nicht, eben im Sinne derAlten, die Stimme jedes Bürgers, gesetzt daß sieauch gedruckt erschiene, als eine Vaterlandsfreiheit,als ein heiliges Scherbengericht gelten? Der Armekonnte vielleicht nichts thun, als schreiben, sonsthätte er wahrscheinlich etwas Besseres gethan; woll tihr dem Seufzenden seinen Athem, der ins wüste