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König in einem Edikt nach dem andern seine heißen Wün-sche jur Erhaltung des Religionsfricdens zu erkennengeben. Wahrend daß der ganze Hof eine Reise durchdie Französischen Provinzen *) im März unternahm,um dem Vorgeben nach die Schrecken des bürgerlichenKriegs dem Gedächtnisse des jungen Königs und seinemwunden Herzen zu entreißen, und Liebe, Hochachtungund Wohlwollen überall zu verbreiten, suchte die Köni-gin ihre Stärke in den Gesinnungen der Unterthanen ken-nen zu lernen, um darnach die günstigste Zeit zur Berti!-gung ihrer Gegenpartey zu berechnen.
So wenig ihr Stolz die Einwirkung fremder Mächtedulden konnte, so sehr bemühte sie sich einige DeutscheFürsten durch Verschreibung verschiedener Iahrgeldervon den Hugenotten abzuziehen. Mit einer menschen-freundlichen Toleranz wies man den Hugenotten Plätzezur Ausübung ihres Gottesdienstes an, während manCitadellen anlegte und Mauern schleifte, wo ihre starkeAnzahl ein Ucberqewicht befürchten ließ. In frischemAndenken war noch das Urtheil, welches die theologi-sche Fakultät zu Paris über die Aufnahme der Jesuitengefällt hatte; und dennoch konnte weder der Inhaltdesselben *"), noch die Debatten des Parlaments zu
Paris,
**) Der Inhalt war folgender: „ Die Gesellschaft maße sich el-„nen unerhörten Titel, Gesellschaft Jesu an; sie nähme ohne„Unterschied und Wahl alle Arten von Personen, Uneheliche,„Verbrecher, und ehrlose auf; sie habe keine Regel, keine„Verfassung, keine Lebensart und keine Gebräuche, die sie„von Weltgcistlichcn unterscheiden; ihre Privilegien zcrnich»„ten alle neben ihr stehende Korporationen; durch ihre kos-«sagung von geistlichen Uebungen, die den heiligen Eifer
„und