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Heinrich der Vierte, König von Navarra und Frankreich : eine Biographie, mit Hinsicht auf unsere Zeit aus Geschichtsquellen bearbeitet : Karln von Dalberg als Opfer der dankbarsten Liebe und reinsten Verehrung geweiht
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85
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So wenig es dem Hofe auch Ernst war, tolerantgegen die Hugenotten zu seyn, so sehr wußte er es dochzu scheinen. Die Reihe von Treulosigkeiten, die er sicherlaubt hatte, und die alle seine Schritte verdächtigmachte, zwangen ihn in dem zu S. Germain en Layegeschlossenen Frieden oder freundschaftlichen Vertrag *),(wie man ihn vielmehr nennen konnte) mehr cinzurau-mcn, als man erwartet hatte. Alle vorher gegangenenFriedensedikte wurden bestätigt, das Edikt von Rou-stillen aufgehoben, und die Platze bestimmt, wo denHugonotten zu predigen erlaubt seyn sollte. DiesePlätzewaren von äußerster Wichtigkeit, wenn sie ihnen auchnur auf zwey Jahre eingeräumt waren. Rochelle ließihnen die Kommunikation mit England offen. La Cha-rite und Montauban vereinigten ihre zerstrcueten Be-sitzungen; und Cognac in Angoumois hatte ohnehin we-gen der weit überlegenen Anzahl der Hugonotten nichtszu befürchten. Außerdem wurde den Hugonotten einegänzliche Vergessenheit des Vergangenen, eine freyeAusübung ihrer Religion, die Zurückgabe aller der Re-ligion wegen eingezogenen Güter, und ein gleichesRechtzu allen öffentlichen Bedingungen zugestanden.

Dieser Friede, der abermahls aus der Ohnmacht deSHofes, aus der Verlegenheit über ein besseres Rettungs-mitte!, und aus dem tief empfundenen Zwange, denunsichern Weg der Gewalt zu verlassen, entsprang, setztealle dabey interesstrte Parteyen nach Maßgabe ihrer Em«pfindungen und Begriffen in Bewegung.

Der

*) den L. August I57S.