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Heinrich von Navarra hatte nichts unversucht ge-lassen, den Herzog von Mayenne in sein Interesse zuziehen; — der Ton seiner Briefe war herzlich und trau-lich. Cr bat ihn, seine Beförderung eher in seiner eige-nen Freundschaft, als in dem Elende und den Unruhe»des Staats zu suchen — cr gab sogar zuerst die Handzur Versöhnung; aber, Mayennens Entschluß nach einerlangen kalten Ueberlcgung reif geworden, war durchkeine Vorstellung zu erschüttern: „ich habe der öffentli-„chcn Sache mein Wort gegeben, ich habe dem durch„die Ligue einstimmig gewählten Könige, Karl dem Zehn-„ten, dem nächsten Anverwandtrn des Verstorbenen,„geschworen; ich breche mein Wort, meinen Eid breche„ich nicht," das war seine ganze Gegenantwort, dieeinen Mann von Festigkeit charakterisirt. Auch Mayenneunterließ nichts, die königliche Armee durch alle Kunst-griffe zu verringern. Seine Emissarien bestachen mitSpanischem Golde Heinrichs treueste Anhänger, undwas dieser Versuchung entging, das siel in die Fallstrickebesoldeter Freudenmädchen und Weiber. — Die Scham«röthe sonst züchtiger Frauen unterlag hier oft dem Eiferder Religion und der Parteysucht.
Mayenne floh in die Niederlande, um mit demSpanischen Statthalter daselbst, dem Herzog Alexandervon Parma, die künftigen Unternehmungen zu verabre-den. Der Herzog von Nemours rückte mit seinen Trup-pen an; seine Vereinigung mit dem Herzog von Mayennewar täglich zu erwarten. — Der Herzog von Lothrin-gen drohte ebenfalls mit seinem Heere zu ihm zu stoßen,und so konnte diese ansehnliche Masse, Navarra's kleinen
Heer-