Band 
Erster Band.
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Einleitung.

thematisierte er alle geistliche Personen, welche sichdurch Simonie, daß ist durch Bestechungen, Kauf,Lausch, oder andere »»ehrbare Mittel das Priestersthum verschaft hatten. Sein zweyter Bannstrahl fielauf diejenigen Altargenossen, welche im Eheständeoder im Konkubinat lebten. Schon einige seinerVorführer, besonders im achten und neunten JahrsHunderte, drangen auf die Einführung des Priesterscölibates; aber ohne Erfolg, weil einem solchen Ge-bote einestheils die apostolische Kuchendisziplin wider-sprach , und anderntheils diejenigen, welche in denersten drey Jahrhunderten den ehrlosen Stand empfoh-len, gemeiniglich Sektirer waren, welche die christli-che Sittcnlehre mit der stoischen Philosophie zu ver-binden suchten. Als daher im zehnten Jahrhundertauf der Synode zu Augsburg der Cölibat zum Kir-chengesetze gemacht wurde, gehorchte zwar ein Theilder Geistlichen; aber bey weitem der grössere fuhr fort,in der heimlichen Ehe zu leben, oder sich öffentlich mitBeyschläferinnen zu behelfen; wie denn auch in diesemsowohl als in den folgenden Jahrhunderten selbst diePabste, auch nicht einmal Gregor» VII. ausgenom-men, hierum mit nichts weniger als erbaulichen Bey-spielen vorangiengen. Indessen war es für Hildebransden eine Sache von unendlicher Wichtigkeit, etwas,das seine Vorführer vielleicht darum mit wenigerm Ern-ste betrieben, weil sie den politischen Nutzen nicht sogenau, als er, in Erwägung genommen, vollends zuStande zu bringen. Ihm konnte es leicht auffallen -Laß eine Geistlichkeit, die durch Familienverhältnisseund Vaterpflichten an den weltlichen Staat gebundenist, unmöglich so fest an die Kette der römischen Hie-rarchie angeschlossen werden könne, um kein andersInteresse mehr, als jenes der römischen Bischöfe, zubeherzigen. Erst, nachdem die Klerisey von dieser Sei-te ganz unabhängig von der weltlichen Gesellschaft war-