yr Einleitung.
xandrien, fand die Lehre von einem Willen in Chri-sto kezerisch, und suchte, nachdem er Patriarch vonJerusalem geworden, seinen Begriff durch die Antho-rität des römischen ^tuhls zum Religionsdogma Hin-zuschaffen. Allein Pabst Hemonus war für die Mo-notheisten (so wurden die Verfechter des Einen Wil-lens genannt) gewonnen und billigte, was der Kai-ser Heraklius beschloß, nämlich gänzliches Stillschwei-gen über die Frage von einem oder zweyen Willenzu beobachten. Allerdings wäre dieses das klügste ge-wesen , was man, um Friede in der Kirche und Staatzu erhalten, hatte thun können. Aber man konnte vonTheologen eher alles, als Stillschweigen, erwarten.Sie sahen jedes Verbot, zu disputieren, für unerträg-liches Joch an, und schölten die Regierung tyrannischund ungerecht Der Mönch Mapinms lief mit derFakel des Fanatismus von einem Ende des Reichs insandre, und entzündete zu Gunsten der zweyen Willenin Christo das Feuer eines beynahe allgemeinen Auf-ruhrs. Kaiser Bonstans schärfte die Befehle feinesVorfahren, uud verbot unter Androhung nachdrückli-cher Strafen allen Unterthanen feines Reichs » in Re-den und Schriften der Lehre von einem oder zweyenWillen zu erwähnen.
In diesen Umständen glaubte Pabst Martin befugtzu seyn, einer andern Meynung, als jener des kaiser-lichen Hofes, und seiner Vorfahrcr Honsrius und Ge-vcrin, folgen zu müssen. Daß er durch seinen Wider-stand die Unfehlbarkeit'des römischen Stuhls vernichte,daran schien er nicht gedacht zu haben. Und noch heu-te können es ihm die Kurialistcn nicht verzeihen, daßer ihnen durch die Verdammung dessen, was seineVorfahrcr genehmigten, die Beweise so schwer machte,welche sie zur Rettung der pabstlichen Untrüglichkeitsleh-re mit so vieler sophistischen Kunst erfanden. Martinverdammte mit einem Enthusiasmus und mit einem