Drittes Buch. ir;
des Grabes Christi für wichtiger, als die Bezwingungder ganzen Welt hielt, schien sich auch auf seine Anfüh-rer verbreitet zu haben.
Wenn die Päbste, welche mit so lebhaftem Eifer dieseunsinnige Abentheuer veranlaßten und beförderten, sichLurch politische Vergrösserungsabstchten dabey leitenliessen, so haben auch sie sich in ihrer Berechnung un-endlich weit verirret. Die Folgen dieses Unsinns wa-ren für sie weit gefährlicher, als für andere. Denneben durch die Kreuzzüge wurden die meisten Monar-chen weit unumschränkter, als sie es bisher waren.Der größte Theil ihrer adelichen Vasallen, die sie stetszu fürchten hatten, erblickte Europa nicht mehr, unddie Reichsverfassungen näherten sich von dieser Zeit animmer mehr einer Ausbildung, welche dem hierarchi-schen Despotismus durch unmerkliche Erschütterungenin den folgenden Jahrhunderten ein Ende machen muß-te. Noch mehr, als alle dieses, konnte der Umstand,baß gerade durch die Kreuzzüge die ersten Keime derAufklärung in Europa zum Wachsthum befödert wur-den, es den Päbsien begreiflich machen, daß sie sichin Berechnung des Nutzens, der daraus für ihre eige-ne Grösse erwachsen sollte, unendlich zu ihrem Nach-theile getäuschet haben.
Zweytes Kapitel.
Entstehung weltlicher Ritterorden. Verbreitungdes Christenthums unter den nördlichen Völ-kern. Untergang des griechischen Baiserrhums.Entdeckung von Amerika.
^ie Kreuzzüge sowohl, als der während derselbenallgemein rege Drang nach ritterlichen Abentheuerngaben mehrern geschlossenen Rittergescllfchaften ihr Da-seyn. Durch besondere Gesetze und Vorzüge verbunden