142 Einleitung.
Regiment; das.andere aber bezeichnet die weltlicheObrigkeit. So weit aber die Sonne den Mond anGrösse und Glanz übertrift, so weit übertrift auch diegeistliche Gewalt die weltliche an Macht und Herr-lichkeit „.
Nach solchen Grundsätzen handelte Ittnozenz III.feine ganze Regierung hindurch weit glücklicher, alsHildebrandt. Dieser war nur bloß ein gewaltthatiger,jener aber auch zugleich ein methodisch feiner Kopf. Hil-debrandt stürzte alles, was ihm in den Weg trat, ge-waltsam danieder. Innozcnz gieng mit wohlbedacht,'-gen Schritten über alle Klippen hinweg, und schien mitjeden Gefahren schon allzubekannt zu seyn, um sich vorihnen zu entsetzen. Ersterer hatte sich die Freude, einTyrann der Monarchen zu seyn, nur erst vorbereitet;letzterer aber fühlte den Genuß einer solchen Freudeim ganzen Umfange. Daher war seine Regierung einununterbrochener Triumph über gedemüthigte Mo-narchen.
Die erste Veranlassung, praktisch auszuführen, wasbisher nur bloß Theorie war, gaben ihm die in Deutsch-land zu Anfang des dreyzehnten Jahrhunderts ausge-.brochenen Unruhen. Zwey mächtige Fürsten, Philippvon Schwaben, und Gtto von Sachsen, strittensich um die Kaiserkrone. Jeder hatte eine mächtigeFaktion an der Seite, und jeder suchte, sich mit demSchwerdt in der Hand in dem Besitze der ihm vonseiner Faktion aufgesetzten Krone zu behaupten. Vieletausend Menschen wurden dem Ehrgeitze zweyer Häup-ter aufgeopfert, und die schönsten Städte der Plünde-rung räuberischer Heere Preiß gegeben. Verzeihlich undlobenswürdig Ware es gewesen, wenn Jnuozcnzsichin der Absicht, Friede herzustellen, und das Blut derMenschen zu schonen, sich als Vermittler zwischen beydePartheyen gelegt hätte. Allein seiner gränzenlosenHerrschsucht war die Rolle eines friedfertigen Vermitt-