148 Einleitung.
zum Unglücke die ersten Versuche nicht an Regenten ge-macht worden wären, die sich entweder durch ihre La>ster, oder durch die Schwache ihrer Regierungen umalle Achtung bey ihren Zeitgenossen gebracht hatten.Die Pabsie wurden daher auch schon bey Zeiten ge-wahr, daß so zufällige Siege über Könige nur von kur-zer Dauer seyn würden, so lange sie nicht ihre gewalt-thatige Usurpazioncn auch von einer andern Seite befe-stiget hatten. Dieses mußte mittels einer völligen Herr-schaft über die Denkungsart des Volks geschehen. Mön-che waren die einzigen, deren man sich in diesem Fallebedienen konnte. Aber es mußten Mönche einer ganzandern Art seyn, als jene durch Reichthum und Luxusentwöhnte Klostergesellschaften, welche zu trag und zufeig waren, um einen wohllüstigcn Müßiggang mitder Thätigkeit fanatischer Bettler zu vertauschen.
Unglücklicher Weise geriethen zwey Schwärmer, Do-mimkus <6»ismaiin, und Franz von Ajstsi, Män-ner, denen man noch allzu viele Ehre anthut, wennman sie nur bloß für Wahnsinnige hält, auf den Ein-fall , Stifter einer neuen Gattung von Mönchen zuwerden, deren wesentlichster Beruf im Vettel und imUnterrichte des Volks bestehen sollte. Innozenz lll.und sein Nachfolger Hononus sahen bald ein, wiebrauchbar diese Landstreicher und Bettler seyen , undertheilten ihnen Privilegien, die vor ihnen noch keinanderer Mönchsorden hatte. Sie durften überall pre-digen, überall Beicht hören, und Jndulgenzen in soeiner Menge ertheilen , als es kein einziger Diözesanbi-schof konnte. Dass Dominikaner und Franziskaner ,die sich in unglaublich kurzer Zeit über das ganze christ-liche Erdreich ausbreiteten, eben so geschwind beynahedie ganze Seelsorgc an sich rissen, und die Befugnisseder Bischöfe und Pfarrer nach und nach schmälerten,läßt sich schon aus der Art des Seelsorgens dieserneuen Mönchsgatknng begreifen. Das gemeine Volk