Band 
Erster Band.
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2Z4 Einleitung.

pissen,, und eines Theils des Kirchenstaats Abgabenzu fodern. Der Pabst wollte die Welt bereden, daßdie Besteuerung der Geistlichen eine offenbare Verle-zung der Kirche sey. Aber der muthige Kaiser, denkein Bann schreckte, bewies dem erstern, daß es Miß-brauch sey, die Begriffe von dem römischen Stuhlemit denen eines Hofes zu verbinden, und dasjenigeKirche zu nennen, was weiter nichts als weltlicherStaat ist. Mehrere Jahre wurde der Streit mit glei-cher Erbitterung , aber mit ungleichen Kräften geführt.Blemens schleuderte einen Bannstrahl um den andernauf des Kaisers Haupt, und klagte in einer Bulle, daßweder Gottesfurcht, noch Wahrheit, noch Berechtig«seit unter den weltlichen Fürsten zu finden sey. AberJoseph und beynahe alle Regenten seines Zeitaltersliessen es dem Pabste laut genug ins Gesicht sagen,daß, wenn es darauf ankomme, Gottesfurcht, Wahr-heit und Gerechtigkeit zu finden, der römische Hof ge-rade der Ort sey, an welchem solche Tugenden ver-gebens gesucht wurden.

Daß der nämliche Pabst sich weigerte , den Königvon Preussen für einen König anzuerkennen, und ineiner Bulle sich äusserte, wie es der ganzen katholischenReligion zur Schande gereiche, einem unkatholischenFürsten den Titel eines Königes zu geben, ist ein mehrlächerlicher, als denkwürdiger Umstand. Weit wichti-ger waren seine Versuche, die angemaaßten Hoheitsbe-griffe des Pontifikats in andern Ländern zu erhalten.Er griff die weltliche Souveränität in Spanien ebenso dreist als in Deutschland an. Bald klagte er,daß ein Inquisitor auf königlichen Befehl ausser Lan-des verwiesen wurde, und bald fand er es unkatholisch,wenn die Regierung einen Verbrecher aus den Kirchendurch Polizeydiener wegführen ließ Aber König Phi-lipp V. wollte eben so wenig, als Kaiser Joseph I.Sklave des römischen Hofes seyn. Er fchaste den päbst-