Band 
Erster Band.
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Zweytes Buch. zrs

gen Feldgüter besitzt/ lange so wohlhabend nicht ist,als der protestantische, der nur die Hälfte anbauet.

Ausser den allgemeinen jedem katholischen Reiche mehroder weniger eigenthümlichen Ursachen der Volksverarrmung vereinigen sich in dem römischen Kirchenstaatenoch besondre Umstände / welche die Lage der Finanzenverschlimmern. Bisher hatte man fast alle Reichthü-met / die zur Unterhaltung eines so glänzenden Hofstaa-tes und so vieler vornehmen Priester nöthig wäre»/ ausder Fremde bezogen. Mitten in dem Ueberflusse / dervon allen Seiten nach Rom strömte / vernachläßigteman die eigene Landeskultur / ließ die fruchtbarsten Ge-genden veröden / und entvölkerte durch Armuth des ge-meinen Volks und durch Möncherey Städte und Dör-fer. Die Verwaltung der Finanzen war ausserdem sel-ten in den Händen redlicher Männer. Der Nepotis-mus herrschte unter allen Päbsten / uud auch bey derstrengsten Dekönomie konnte der öffentliche Schatz vorden Räubereien seiner Verwalter nie ganz gesichert wer-den. So lange das Einkomme» groß war, liessen sichdie Verschleuderungen zwar nicht so leicht bemerken.Aber gleichwohl gewöhnten sich diejenigen/ die zunächstan der Quelle fassen / so lange zu schöpfen/ als irgendein Zufluß vorhanden war.

plus verwaltete zwar mehrere Jahre hindurch dasAmt eines Generalschatzmeisters/ und man hatte er-wartet/ daß er alle Erfahrungen zum Vortheil derFinanzen benutzt haben würde. Allein auch hierin»hat man sich getäuscht. Ohngeachtet unter den beydenletzten Regierungen die Staatseinkünfte beträchtlich ge-schmälert wurde«/ und die Nothwendigkeit einer spar-samen Qekonomie nie auffallender war, schien er gleich-wohl in den gewöhnlichen Fehler seiner Vorgängerzu fallen/ welche ihren Namen nicht anders/ als durchBereicherung ihrer Verwandten, durch -Aufführungprächtiger Gebäude, oder durch Unternehmungen, Wels