Band 
Erster Band.
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373
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Zweytes Buch. 37;

Einkünfte seiner Klerisey zum Unterhalt der Armee inBeschlag zu nehmen.

Der Religion konnte das Letztere unmöglich zum Vor-theil dienen. Allzusehr mußte es in die Augen fallen,daß es blosser Despotismus sey, die Güter der Geist-lichkeit zu Kroneinkänften zu machen. Denn zu einemganz andern Zwecke, als zur Bewafnung der Solda-ten oder zur Ausfüllung der durch üppige Verschwen-dung oder fehlerhafte Oekonomie erschöpften Finan-zen der Könige, waren in den ersten Zeiten des Chri-stenthums die Einkünfte der Kirche bestimmt und ver-wendet. Man hatte ursprünglich die milden Gabender reichern Christen nur zur Besorgung der Armengebraucht; und wenn in der Folge diesen stets we-niger gereicht, nnd die Geistlichkeit oder die Kircheimmer vermöglicher wurde, so folgt daraus noch lan-ge kein Recht für die Regenten, diese Reichthümerzum Eigenthum ihrer Kronen zu machen, und damitentweder ihre Soldaten, welche mit der Kirche ganzund gar in keiner Verbindung stehen sollen, zu be-solden*), oder ihrer schlechten Wirthschaft damit aufzu-helfen. Der König von Spanien hatte auffallendesUnrecht, die Einkünfte der Priesterschaft zur Besoldungfeiner Truppen eingezogen zu haben; aber plus undseine Hofleuthe kränkten sich nicht über den Gebrauch,den der Monarch von den Einkünften der Kirche mach-te, sondern über die Schmahlerung überhaupt, welchedurch solche Verfügungen ihre eigene Finanzen erlitten.

*) Hiemik will eben nicht gesagt seyn, als wenn die Kirche oderdie Geistlichkeit von aller Verpflichtung , auch ihrerseits zurVertheidigung des Vaterlandes beyzutragen, stey seyn sollte.Cs kann hier nur von den Söldlingen die Rede sevn, aus wel-chen stehende Armeen zusammengesetzt sind, deren man sichnur selten ohne Gefahr zuc Vertheidigung des Vaterlandes,aber um 10 mei r zum miithwilügcn Würgen, und um derRabiiietspolitik Respekt zu verschaffen, zu bediene» pflegt.