Einleitung. iz
ne große Anzahl von Figuren, und folglich eineVerbindung vieler Gruppen. Bey deren Ausfüh-rung muß man alle mögliche Kunst anwenden, eingutes Ganze mit Wahrheit darzustellen. In denFiguren muß eine angemessene Anordnung herr-schen, ohne Einfluß auf das ganze Gemählde zuhaben; eben so wie ein Schriftsteller sich der Deut-lichkeit befleiffigen muß, wenn er gleich eine dunkleMaterie abzuhandeln hat.
In Ansehung der Anordnung ist noch zu erin-nern, daß man auch auf die Gestalt und Form derGruppen Acht geben muß. Michael Angela hieltdie pyramidalische Form für die beste; und diesehat für das Auge etwas schönes, welches bey au«dern Formen nicht die Würkung thut. Die Gruppeder Apostel in Raphaels Karton, von Übergebungder Bindcschlüssel, in gleichen die von den Apo-steln im Karton vom Tode des Ananias, scheinenbeyde etwas schwer oder plump; dieß kömmt bloßdaher, weil sie die Form eines Parallelograms ha-ben. Ueberdieß giebt die pyramidalische Form diemeisten Abwechslungen; denn man kann den Verti-kalwinkcl der Gruppe nach Belieben schärfer oderstumpfer machen. Man darf auch nur ei» Seg-