Lucas Cranach, rzi
erwarb sich unter seinen Zeitgenossen großen Ruhm.Er mahlte historische und allegorische Stücke, undPortraits. In beyden erster» pflegte er immer feineFreunde und die Gelehrten seiner Zeit darzustellen;man findet darin» oft seine Freunde Luther undLNelauchthon» Lränachs Verdienste um die Mah-lere» werden noch jetzt, ohngeachtet diese Kunst einenhoher» Grad der Vollkommenheit erreicht hat, vonKennern geschätzt. Seine größte Starke zeigte sichvorzüglich im Portraitmahlen, worauf er oft denmöglichsten Fleiß verwendete; selbst die feinsten Linearmentc suchte er auszudrücken, und Geist, Lebenund sprechende Aehnlichkeit waren immer das größteVerdienst seiner Bildnisse. Besonders besaß er dasGeheimniß, den Farben, ausser der angenehmenMischung, ein so lebhaftes und unveränderlich ste-hendes Kolorit zu geben, das selbst nach Jahrhun-derten sich nicht verändert hat.
Was man an ihm tadelt, ist, daß er Schattenund Licht nicht immer der Natur der Sache unSden Regeln der Optik gemäß zu behandeln wußte,und zuweilen das Kostüm auf eine dem guten Ge-schmack beleidigende Art verletzte. So pflegte ekMehrmals Personen des Alterthums in Absicht K»f