mbst den häufigen Regen / die in diesen Gebirgen fallen/das Wassern des Mattlandcs überflüßig macht.
Sobald diese Frühlingsarbeiten vorbey sind/ und derSchnee auf dem untern Theile der Gebirge weggefchmol-zenast / so wird das Vieh auf die Alpen getrieben. Estreten immer einige Bauern in Gesellschaft zusammen /und übergeben ihr Vieh der gemeinschaftlichen Besorgungeines Hirten , der allezeit einige Gehülfen bey sich hat.Der Ertrag jeder Kühe wird wahrend des Sommerszwcymal, auf einigen Alpen auch nur einmal in Gegen-wart des Eigenthümcrs gemessen; das Maaß wird aufhölzerne Stäbe mit besondern Zeichen eingcgraben / undjeder erhalt, wenn die Käse verkauft sind , den verhält-nismäßigen Antheil vom Ertrage des ganzen Scnnkhums.
Ein solches Sennthum besteht gewöhnlich aus 20. bis50. Kühen. Der davon gewonnene Käs ist meistensHaudlmigswaare, und seit 10. Jahren wurde der Zent-ner immer mit 8 bis 10. Bernkronen bezahlt. Er wirdentweder über die Grimscl nach Italien/ oder über Genfnach den Seehäfen des mittäglichen Frankreichs verführt/und als Proviant auf die Schiffe genommen. Einerseiner ersten Vorzüge ist seine Haltbarkeit gegen die Fäul-niß / und seine Harte / die ihn zur Versendung in ferneLänder geschickt macht. Er läßt sich ein ganzes Jahrhun-dert hindurch aufbehalten / wenn er von Zeit zu Zeitgereinigt und mit Speck geschmiert wird ; das letztregeschiehet / um das Ausschwitzen der ölichten Theile zuverhindern. Ehemals bewahrten die reichern Oberländereine ganze Sammlung solcher Käse als Familienfchätzrauf. Fast jeder derselben war dem Andenken einer indem Schoosse der Familie vorgefallenen Begebenheit ge-wiedmet ; und wenn einem Fremden die seltene Ehrewiederfuhr / dieselben besehen zu können / so ward fastbey jedem im Dorbeygange eine kleine Geschichte erzählt.