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Dr« Tugend blendende Chimäre,
Und Prahlerey Gefühl der Ehre;
Und Großmuth ist dir Flitterfchein.
Bald kriechest du gleich einer SchlangeIn labyrinthischkrummem Gange,
Versteckest unter Blumen dich:
Des Wandrers Füsse zu umschlingen,
Dein MLrdergist ihm beyzubringen,
Erhebt dein Kamm sich fürchterlich.
Schlau, wie ein Hofmann, kannst du schmeichelnMehr als kein Lcpoliste heucheln;
Doch Spitzefiachel» hat dein Herz.
Du küssest nur mit Judasküssen;
Kaum wirst den Bruder du umschliessen,Durchborrt dem Dolch sein klopfend Herz.
Du hauchest deine schwarten DünsteAuf Menschheit ehrende Verdienste;
Und siehest nicht verblendter Thor —
Sie dringen durch die Nebelspha're,
Wie Phöbus durch die Wolkenheere,
In hellerm Sonnenglan; hervor?
So drängen blinde LeidenschaftenVom Ziele weg den Lasterhaften,
Nach dem im Wettekampf er ringt.
Du willst zum Wüchse des Pigmee»
Erniedrigt jenen Coloß sehe»,
Der dir dein Blut in Wallung bringt.
Doch du, Pigmeeä wirst uicht grösser,
Dein krummer Awergenwuchs nicht besser,
Obschon zum Riesen hingestellt.
Ganz überschattet vom Colosse,
Sieht man dich nicht, du Afterfprosse,
Auf den kein Stral des Lichtes fällt.
Du willst dein winzig Sclbsterhöhen,
Dich, wie der Frosch der Fabel, blähen ,
Und borstest, wie der Frosch, entzwey.