Band 
Zweyter Jahrgang.
JPEG-Download
 

gänzlich von der männlichen abgesondert. Fast alleMannspersonen sind beschäftigt die Strassen und öffent-lichen Spatziergange zu fegen und zu saubern; den Schuttvon alten Gebäuden, und Schnee nnd Eis im Winterwegzuführen. Bern ist eine von den niedlichsten Städ-ten , die ich gesehen habe. Ze vier oder fünfe jener Ga-leriens sind an kleine Schubkarren geschlossen; andre,welche mehr Freyheit gemessen , wischen, laden u. s. w.Da ihre Beschäftigung viel ähnliches mit der zu Mav-land hat, so will ich hier eine Vorstellung davon zu ge-ben suchen / nach der Zeichnung eines Mahlers aus dieserletztem Stadt. Ich habe auch zugleich eine Zeichnungvon der Beschäftigung der Weiber beygefügt / obwohl ichden Gebrauch verabscheue/ daß man das andre Geschlechttäglich solcher Schmach und Strenge aussetze/ wofern esuicht gänzlich ehrvergessene Dirnen sind / welche bereitsalle feinere weibliche Empfindungen verloren haben.

Die Schuldigen werden an einem eisernen Halsbanderkannt / welches die Form eines Schnabels hat, derüber ihren Kopf hinaus reicht / und ohngefahr fünf Pfundewiegt. — Des Sommers arbeiten sie von 7. bis n. und von1. bis 6. Uhr Nachmittags; im Winter aber von 8. bis n.und von 1. bis 4. Uhr. Ich fragte die Männer : Ob sie lie-ber auf diese Art arbeiten / oder in ihren Verwahrungeneingeschlossen bleiben wollten? Sie antworteten mir/ daßsie das erstre weit vorzögen. Die geringern Verbrecherfind in abgesönderten Zimmern aufbewahrt. Diese arbei-ten in ihrer Verwahrung / und spinnen in einem weitenGemach / tragen aber kein eisern Halsband wie die an-dern '). Es war mir sehr widrig / fünfzehn andre zu

auf fremde Sicherheit zu ihrer Einweichung schuldig gemacht, so> fiel die ganze Strafe auf den nachlässigen Kerkerhüter

*) Ich war gegenwärtig, da man ihnen ihre wöchentliche Arbeit