Daß ohne Kriegsschulen die Bcrner in den frühenZeiten gute Feldherren gehabt, kommt daher, daß inden ersten zzo. Jahren der Republik kaum ein Vatergewesen , der nicht selbst fürs Vaterland gefochten hat-te. Bey der damaligen häuslichen Erziehung war die-ser Vater der beßte Lehrer seines Sohns, und der Adelwegen seiner kriegerschen Vortreflichkeit hochgeschätzt beyvielen Fürsten.
Nichts giebt den regierenden Familien ein grösseresAnsehen bey dem Volk, als die Meinung : Daß in Zei-ten der Gefahr allein bey ihnen Rettung und Sieg zufinden sey. Eben diese Meinung giebt einem Volke Be-herrscher, und alle Regierungen stützen sich anfänglich aufdie höhere Tapferkeit der Anführer: Auch ist unsre Re-gierung beynahe ganz militärisch; und nur wenn Schult-heiß und Venner mit den Panncrn ausziehen und derhalbe Senat im Feld steht, ist die Kraft der Regierung,wie in den ältesten Zeiten, vereinigt mit der militärischenMacht und in aller ihrer Starke. Ist dieses nicht, sowird die Regierung in der Stadt entkräften oder ver-nichten die Regierung im Lager.
Eine andre Ursache der Siege der Berner mag auchgewesen seyn, daß das Volk an seiner Spitze Männeroder Söhne der Männer sah , die es als Gesetzgeber undMagistrate zu verehren gewohnt war. Eben der Gehor-sam , den es ihnen im Feld erzeigte, flößte ihm auch dieEhrforcht ein, die einer Obrigkeit gebühret. Durch Siegeist Bern groß geworden; und durch Beybehaltung desmilitärischen Geistes wird diese Republick ihr Ansetzn be-haupten , sowohl in ihren Gränzen als bey fremden Fürsten.
Der militärische Ruhm der Schweißer ist noch in an-dern Absichten wichtig. Dieser schützt uns noch besserals der Rhein und die Alpen ; nicht, als wenn noch einPaar Hunderte, Tausende schlagen würden. Allein, wer