Band 
Zweyter Jahrgang.
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So und nicht anders könnte ein ganzes Erziehungs-system in Wirklichkeit gebracht werden. N°cht die an-scheinende Einheit im Plan macht ein System zu einemGanzen; wohl aber wenn jede Wissenschaft nur Eine See-le hat , und von einem einzigen grundgelehrten Mannallein besorget wird. Der Zusammenhang eines Systemsmuß nicht auf dem Papier , wohl aber in der Einheitder Methode gesucht werden, welche niemals mehr Ein-heit hat, als wo sie das Werk eines einzigen, und dazudes allcrtüchtigsten Mannes ist. Also daß nach meinemSinne ein vorrreflichcr Lehrer in der Lateinischen Spra-che alle Repetitores in der politischen Akademie, auch al-le Präzeptoren derjenigen Kinder die in ihrem zwölftenJahre in die Akademie Zöllen aufgenommen werden, an-leiten und zu Einem Zwecke führen würde. So könntenMit geringer Mühe und mit wenigen Umtosten die Va-ter eine untere Akademie für Kinder stiften, welches frühoder spath eine Folge der Stiftung des angerathrnenPlattes wäre.

So waren vortrestiche Männer dem Kinde, demJüngling und dem Vater gleich nützlich. Selbst derMagistrat würde oft seine beßten Erholungsstunden ineiner Vorlesung über die vaterländische oder andre Ge-schichte , über die grossen Wahrheiten der Natur, überdie Schönheit und Dortreflichkeit der deutschen Spracheund Litteratur, oder über die neuern Entdeckungen, fin-den. Auch das Aeusserliche der Wohnung achter Wissen-schaften könnte bequem, und so zierlich als selbst einKartenssielhaus, eingerichtet werden. Die Gallerie derBibliotheck wäre oft ein würdiger Schauplatz der grossenErscheinungen der Natur; und die Bibliotheck selber könntevielleicht mit wenigen Umtosten nach den Wissenschaftenin Zimmer eingetheilt werden, wo die Vorlesungen gehalten würden.