Band 
Zweyter Jahrgang.
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und Gegenwirkung ist, so wird auch in der politischenWelt das Gleichgewicht durch ähnliche Gesetze erhalten.Nun aber ist der Schulrath eben der Berührungspunktder geistlichen und weltlichen Macht, wo jede Bewe-gung einen elektrischen Stoß verursachet; der z. B. vorhundert und siebenzig Jahren so hart war, daß die welt-lichen Räthe sechszig Jahre lang nicht mehr neben dengeistlichen sitzen wollten. Nun aber sind die Begriffe überdas Erziehungswesen auf der einen Seite so wichtig,auf der andern so verschieden, daß in jedem Corps dieseVerschiedenheit gefährlich, also ganz verderblich in einemseiner Natur nach ewig entzweyten Staatskörper ist.Dieses sey deswegen gesagt, damit, bey der anscheinen-den Erbitterung der Gemüther, der üble Erfolg der Er-ziehungsanstalten der Natur unsrer politischen Einrich-tung , nicht aber irgend jemanden insbesondere zugeschrie-ben werde. Ware aber ein Corps allein aus weltlichenGliedern bestehend über die Erziehung der politischen Ju-gend gesetzt, so würden sich die Begriffe leichter auf Ei-nen Plan vereinigen; insonderheit da die Mitglieder zu-gleich auch Väter wären, und so der Eigennütze mit derLiebe zum Gemeinen Beßten genau verknüpfet würde.Oder, haben nicht die Väter allein den allergrößten Nu-tzen von der guten Erziehung ihrer Söhne? Die kleineEigenliebe, einem Clienten eine Pension zu verschaffen,oder den Bürger dieser oder jener Stadt zu begünstigen,oder sein gelehrtes Ansehn in Erziehungssachen zu be-haupten , Abneigung gegen Fremde oder vortrefliche oderwohlbcsoldete Lehrer, Vorliebe zu einer Wissenschaft woman zu herrschen glaubt, Anhänglichkeit an Formen undveraltete Meinungen, Begünstigung eines Stands derRepublick zum Nachtheil eines andern, Behauptung desVortheils durch die Erziehung einen mächtigen Einflußzu haben, alle solche unmerkliche Versuchungen der Eigen-