Band 
Zweyter Jahrgang.
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Grad ist eine solche Fertigkeit in Behandlung der Grundssatze, daß sie überall und ohne Mühe ihre Anwendungsinden. Jeder Leser prüfe sich selbst, und gebe sich Re«chenschaft von den vielen halbgelehrten Dingen , die ihmin seinem männlichen Alter ganz unnütz geworden find ,weil er ihre Grundsätze in seinen Jugendjahren nicht ge-nung ergründet hatte um davon mit Fertigkeit Gebrauchmachen zu können. Wer z. B. als Knabe die gelehrtenSprachen nur bis auf eine mühesame Durchlesung derAlten gebracht hat, wird eben in der Zeit, da die sanf-ten Täuschungen jugendlicher Jahre zur ernsten Wahrheiterstarren, bitter bereuen daß die Bemühungen seinerJugend ihm keine andre Frucht getragen als eine Erinne-rung an die vergebliche Mühe, ein Feld bearbeitet;» ha-ben, welches er vor der Saat verlassen hat. Also soll-ten jeder Vater, jeder Lehrer, und insonderheit die Vor-steher der Erziehungsanstalten den Umfang jeder Wis-senschaft genau abmessen ; die Zeit berechnen welche er-foderlich ist eine Wissenschaft bis zur Fertigkeit derGrundsätze zu ergründen; und sich an keine andere Kunstoder Wissenschaft ferners wagen ohne alle diese nöthigenZcitberechnungen genau gegeneinander gehalten zu haben.Dieses sey dahin gesagt: Daß , da alle Wissenschaftenvon den Schülern nicht können unternommen werden,endlich die Polemik der beynahe unentbehrlichen Natur-geschichte ihre Stelle abtrctte.

Noch ein Wort über die oben angebrachte Bemerkung,Man sehe doch die Wirkung unsrer verworrenen Anstal-ten auf die erwachsenen Schüler. Obschon einige berner-sche Geistliche aufgeklärter als die Geistlichen vielerNationen sind, so findet man doch manches Opfer derallzuviel gelehrten und zu wenig ergründeten Wissenschaf-ten. Wer hat nicht unter den vielen Landpfarrcrn auchunwissende gesehn, die, da sie sich auf ihren Dörfern