richtungen Sprachunwissenheit nicht wie Sachunwissm-hcit sich verbergen oder bemänteln kann. Also ist die'Verordnung, daß kein Student ohne die lateimsche Spra-che zu wissen in das Ministerium könne aufgenommen wer-den, darum nützlich, daß die Vater dadurch gezwungenwerden ihre Sohne fleißig in die Schulen zu schicken.Diese Wirkung ist eine Thatsache, und vielleicht nur lo-kal. Könnte aber auf oben angerathene, oder auf ir-gend eine andre Art, auch Sachkenntnis (wie die Na.turgeschichte) mit Sprachkenntnis verbunden werden, sowürde diese gewiß einen allgemeinern Nutzen schaffen.Deswegen, und zur Erleichterung der Methode in Erler-nung der Sprache der Römer, die alten lateinischen Au-toren für die Akademie sollten aufgespart, und nur neue-re Schriftsteller in den untern Schulen gelesen werden.Ware einmal nach Jahrhunderten der Geist der ganzenNation zu den Real-Wissenschaften gestimmt, und wahreAufklärung allgemein, so würden alle würklichcn Verbes-serungen eine natürliche Folge diese Aufklärung seyn, unddie Sprachen den Wissenschaften ihre Stunden einräu-men müssen.
Eine andre Ursache, warum die lateinische, und ebenso auch die griechische Sprache müssen beybehalten undin Aufnahme gebracht werden, ist diese: Daß wenn die-se Sprachen den Geistlichen unbekannt blieben, sie auchunter den jungen Magistraten vollends zu Grund gehenwürden; und mit ihnen der Geist der Alten, d. i. derFreyheit, der Liebe zur Rcpublick, und zu allem Edelnund Grossen. Nur die Wiedereinführung des alten Geistsder Römer und Griechen, der, selbst in unserm metaphy-sischen Jahrhundert, noch Engländer beseelet, und unterLudwig dem Vierzehnten einen Racine, Corneille, unddurch sie Frankreich begeisterte, nur dieser Geist, der dentodten Europäer vor Jahrhunderten zum Menschen wie«