Band 
Zweyter Jahrgang.
JPEG-Download
 

„ Einmahl er ist nicht fehlersrey. —

„ Nichts ! Nichts ! Wer eine Scherbe hat,Verbanne ihn aus unsrer Stadt,,!

Gewalt gieng nun für Recht; sie siegt,

Und edle Tugend unterliegt.

Das Volk verbannt ihn — Er schwieg still.Voll hohen Muths denkt er: — » Ich will„ Gelassen gehn — es hilft nicht viel;

» Der Menge Gunst ist Wiudespicl!

„ Eh wird der Welklauf umgekehrt»

» Als aufgebrachter Pöbel hört!

„ Das Volk ist allzusehr erhitzt.

» Ihr Götter, die ihr Tugend schützt,

,, Begleitet mich! — Ich war doch treu» Dem Vaterland. Nur Schmeicheley„ Verschmahete mein Her; und Mund —

,, Ein solches Urtheil macht eS knnd.

» Und doch mein Leben gab' ich hin» Für dich, mein Vaterland! — Ich bin„ Auch jtzt dein Freund — nah' oder fern —

« Ich segne dich von Herzen gern „!

So dacht der treue Bürger — den»

Er war ein Weiser, war ein Mann.

Und als er still von dannen zog,

Da alles sich hernieder bogUnd auf die böse Scherbe schriebt» Er sey von uns verbannet,, ! bliebDer gute Aristides stehnBey einem Bürger zuzusehn:

« Was schreibst du, Freund? Der Arme, Er,„ Verdient er wohl die Strafe, Herr „ ?

Der Mann schrieb noch mit offnem Mund,Tief eingezognen Lippen , undDie Augen mächtig aufgesperrt,

Bis er den Aristides hört;

Dann sprach er : » Zwar ich kenn ihn ujcht,» Allein daß er, wie das Gerücht