Federvolk seine glückliche Liebe singt, schlägst Du dortim Dunkel junger Blätter den rührenden Triller der Zärt-lichkeit, und klagst um deinen verlorenen Gatten. Nein!du bist nicht, wofür so mancher an seine grobe Sinn-lichkeit gefesselte Mensch dich halt — und bist besser alsEr ! Oder sollt' etwa der Thor, der mit seinem ewigenGewäsche den verständigen Nachbar peinigt , auf derStufenleiter der Geschöpfe über dir stehn ? HerrlicheSängerin — solche Weisheit lehren mich deine Lieder nicht!
Im Anfang der Dinge, da noch jedes erschaffeneWesen alle das Glück genoß, dessen die Natur seineGattung fähig machte, war der Mensch der erste dersich bald zu verderben begann, stäte Wohnsitze baute ,und allen seinen Mitgeschöpfen den Krieg ankündigte.Inzwischen hatte die Gottheit sich noch nicht aus demirrdischen Tempel dieser Haine zurückgezogen, wohin dieHirten der Flur wallten , ihren Beystand anzuflehn,und sie meist Gebete aus redlichem Herzen zu erhörenpflegte. Einst wandte sich ein solcher Bewohner derGegend zu ihr : Würdige mich , Grosses Wesen!„ mir meine Unschuld , und mit derselben mein Glück» zu erhalten ! Ich sehe, wie Rechtschaffenheit und Lu-„gend rings um uns zugrundgeht, das Laster alles„ Land überschwemmt , und kaum mehr eine Freystattefür ein gutes Herz gefunden wird. O , wenn du-- mich retten wolltest! —Oder, haben denn keine der We-» sen, die du gebildet hast , ihre angestammte Schuld-« losigkeit beybehalten? Ach! wenn es noch deren giebt,« so vergönne mir, daß ich bey diesen leben darf! So» würden meine Opfer noch reiner , und meine Gelüb-„ de deiner würdiger seyn „ ! Kaum hatte er ausgere.det , als feine menschliche Hülle in den schönsten ge-fiederten Sänger des Walds verwandelt ward. Seitder Zeit wanderten noch andre zärtliche Seelen in den